© Privat

Die Jahre 1989/90 waren auch für mich eine besondere Zeit: Ich hatte gerade an der Universität begonnen, Geschichte und Evangelische Theologie zu studieren, da brach das Zeitgeschehen mitten in die Hörsäle und in die Stadt Gießen ein. Hessen lag auf einmal nicht mehr am Rande der Bundesrepublik, sondern wurde mein Tor zu einer neuen Welt. Von dort aus zog ich los.

Anfangs noch in der DDR, dann in Ostdeutschland, in Polen, in der Tschechoslowakei (später Tschechien und Slowakei), in Ungarn oder in Estland fand ich Menschen und Geschichten, die nach und nach meine Forschungsinteressen ausbildeten: Das Leben in kommunistischer Zeit, die Rolle der Kirche in Europa, und wie sich einzelne Christen und Christinnen wider die Realität für Veränderung einsetzten.

Daraus entwickelten sich Fragen: 

Welche Handlungsspielräume hatten und haben Menschen in festen Strukturen und Systemen; in der Politik, in der Kultur, in der Kirche? Wie kam es zu Menschenrechten, Demokratie und Frieden? Was trieb an, warum gingen manche Menschen weiter als andere, was bedeutete ihnen Religion und Glauben?

Angesichts der dramatischen globalen Umbrüche dieser Zeit finde ich den Blick
zurück in unsere Geschichte herausfordernd. Aktuell interessiert mich besonders, welche Rolle Religion in den internationalen Konflikten und Diktaturen des 20. Jahrhunderts gespielt hat, und inwiefern der gelebte Glaube zu großen Freiheits- und Gerechtigkeitsvisionen befähigt.

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Dr. habil. Katharina Kunter

Studium Geschichte und Ev. Theologie in Gießen und Heidelberg; 1. und 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien.

1998 Promotion (Dr. phil.); 2004 Habilitation.

Im Juni 2019 wurde ich vom Kanzler der Universität Helsinki zur Dozentin für Kirchengeschichte ernannt.

Mein Forschungsschwerpunkt ist die transnationale Christentumsgeschichte des 20./21. Jahrhunderts. Neben einem 2jährigen Forschungsaufenthalt der Alexander-von Humboldt-Stiftung an der Universität Aarhus (Dänemark), einer Gastdozentur an der Universität Tartu (Estland), einer Vertretungsprofessur an der Theol. Fakultät der Universität Göttingen 2015 sowie einem Aufenthalt als Visiting Fellow an der Theol. Fakultät Helsinki 2018 habe ich in verschiedenen internationalen und interdisziplinären Forschungsprojekten zur politischen und sozialen Rolle des Christentums in Gesellschaft und Kultur nach 1945 gearbeitet.

Aktuell bin ich u.a. mit dem wiss. Konzept und seiner Umsetzung für die Ausstellung "Gewissensfreiheit" zum 500jährigen Jubiläum des Wormser Reichstages 2021 bei der Stadt Worms betraut.

(<Kurzinfo).

 
 

Audio-Beiträge

im Deutschlandfunk>

 

VERANSTALTUNGEN

Panelbeitrag
Diktatur und Gewissen.
Christen im NS und Kommunismus
18.09.2019
Worms, Konferenzzentrum Das Wormser
Vortrag
 
100 Jahre Weimarer Verfassung
 
 
 
 
17.10.2019  
Ludwigshafen
Vorträge
DDR, Kirche und 1989
27.03.2019: Berlin, Kath. Akademie
14.06.2019: Schwerin, Dom
31.08.2019: Erfurt, Augustinerkloster
19.09.2019: Berlin, Markusgemeinde
22.09.2019: Berlin, Bartholomäusgemeinde (Moderation)
28.10.2019: Berlin, Hohenschönhausen-Forum (Panelbeitrag)
15.11.2019: Magdeburg, Dom
 

AUSGEWÄHLTE BÜCHER

30 Jahre nach 1989/90:

Kirche, Opposition und Osteuropa

500 Jahre Protestantismus
Eine Reise von den Anfängen bis in die Gegenwart

(2016)

> Info und Bestellung 1

> Info und Bestellung 2

Niederländische Ausgabe:

> Info und Bestellung

Kroatische Ausgabe:

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Cover Kirchengeschichte des 20. Jh_edite

Neu seit 3.12.2018

Kirchengeschichte des
20. Jahrhunderts im Religionsunterricht
(mit Harmjan Dam)

 

> Info

Fokus Kirchengeschichte

Religion im Kinderbuch

Nähere Informationen hier demnächst!

100 Jahre Leugnung:

Der Völkermord an den ArmenierInnen

Beiträge zu einer multiperspektivischen Erinnerungskultur in Deutschland (2017)

 

> Info und Bestellung

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Erfüllte Hoffnungen und zerbrochene Träume

Evangelische Kirchen in Deutschland im Spannungsfeld von Demokratie und Sozialismus

(1980–1993)

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»Es gibt keinen Gott!«

Kirche und Kommunismus.

Eine Konfliktgeschichte

(2016)

 

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Geheimstadt Vatikan:

Jan und Mila treffen den Papst
 

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Geheimversteck
Wartburg:
Jan und Mila auf den
Spuren Martin Luthers

> Info und Bestellung

 

MEIN

REFORMATIONSJUBILÄUM 2017

Protestantse Kerk in Nederland

Große Ehre: Auf Einladung der Protestantse Kerk in Nederland durfte ich am am 31. Oktober 2017 in der Janskerk in Utrecht die Eerste Protestantse Lezing halten.

Fotos: von oben u l. n. r. Dr. Katharina Kunter | Vorstellung durch René de Reuver, Scriba der Protestantse Kerk Nederland | Karen van dr Broeke, Preses Generale Synode der PKN mit Publikumsbeitrag von Jurjen Zeilstra; © Protestantse Kerk Nederland

Verschiedene Beiträge im Deutschlandfunk

»Der deutscheste Mann, den es je gegeben hat«

Luther 1917 und 2017.

 

1917 wurde das 400. Jubiläum der Reformation mitten im Ersten Weltkrieg gefeiert. Die Niederlage des Deutschen Kaiserreichs zeichnete sich bereits ab, da sollte Martin Luther den Menschen neuen Mut machen: Er wurde als Held und Vorbild inszeniert. Die Historikerin Katharina Kunter erkennt Parallelen zum Reformationsjubiläum 2017.

Luthers Thesen – neu gelesen im Deutschlandfunk:

Auswahl von 19 Kommentaren zu Luthers 95 Thesen

 

Zum Anhören einfach These anklicken.

Verschiedene kleinere Beiträge

Reine Männersache?

Zur Deutung des Reformationsjubiläums

Publikforum Mai 2017

> hier nachlesen

Katharina von Bora

De Morgenster van Wittenberg

in: Luther Glossy 2017 (niederländisch)

> hier nachlesen

Luther in Afrika

Evangelische Sonntagszeitung vom 27. September 2017

> hier nachlesen

Ende eines Helden

Chrismon 1. Juni 2016

> hier nachlesen

Illustration: Roel Ottow

© 2019 Katharina Kunter   |   Impressum

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